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Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

In den letzten Jahrzehnten war ein Wandel von der Familien- und Hausarbeit und Nachbarschaftshilfe zu entgeltlichen Dienstleistungen feststellbar – eine Entwicklung, die sich durch die Digitalisierung noch verstärkt aber auch verändert hat.

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Mit diesem Trend hat sich eine Ökonomisierung der Lebensverhältnisse ergeben, deren Ausdruck die GmbH ist. Nicht nur in der Wirtschaft, sondern immer mehr auch in gesellschaftlichen Bereichen kommt es zur Gründung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Das gilt gerade auf den Feldern sozialer Arbeit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Typisch für die GmbH ist ein überschaubarer Kreis von Gründern bzw. Gesellschaftern, der selbst Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft nehmen möchte.
  • Eine GmbH kann als gemeinnützig anerkannt werden. In der Praxis wird sie jedoch eher selten als Rechtsform für gemeinnützige Aktivitäten genutzt; sie gewinnt aber in verschiedenen sozialen Bereichen an Bedeutung.
  • Die GmbH bietet sich vor allem dann an, wenn es darum geht, zumindest zum Teil wirtschaftlich oder betrieblich ausgerichtete gemeinnützige Aktivitäten selbst umzusetzen.
  • Die Gesellschafter machen die GmbH aus – ein Wechsel der Gesellschafter bedeutet aber nicht, dass dadurch auch die Gesellschaft aufgelöst wird.
  • Eine GmbH ist immer rechtsfähig; nur auf dem Weg zur Gründung fehlt es daran.
  • Eine GmbH kann von einer oder mehreren Personen gegründet werden. Neben dem Gesellschaftsvertrag sind 25.000 Euro sowie die Eintragung in das Handelsregister notwendig; als Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist ein geringerer Kapitaleinsatz notwendig.
  • Eine GmbH hat mindestens zwei Organe: Die Gesellschafterversammlung beschließt über alle grundlegenden Belange; die Geschäftsführung ist für die operative Umsetzung der Zwecke und die Vertretung der Gesellschaft verantwortlich.
  • Aufgrund ihrer überschaubaren Organisationsstruktur und da in der Regel nur wenige Personen an Entscheidungen mitwirken müssen, kann die GmbH recht flexibel agieren.
  • Die Haftung der Gesellschafter und Geschäftsführer ist auf das Vermögen der GmbH beschränkt. Eine Haftung mit dem Privatvermögen entfällt.
  • Hauptfinanzierungsquelle der meisten Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind Leistungsentgelte aus wirtschaftlicher Tätigkeit.
  • Die Satzung der GmbH lässt sich bei Bedarf im Rahmen der Gesetze recht flexibel anpassen. Entsprechende Beschlüsse fällt die Gesellschafterversammlung.

Auf einen Blick:

Wie entsteht die GmbH?

- Entwurf und Beschluss des Gesellschaftsvertrags durch den/die Gründer
- Eintragung in das Handelsregister

Welche Mindestausstattung ist erforderlich?

- mindestens 25.000 €
- mindestens ein Gründer

Kann die GmbH gemeinnützig sein?

- Ja, wenn die Satzung und tatsächliche Geschäftsführung die Vorgaben des Gemeinnützigkeitsrechts erfüllen.

Spendenabzug (wenn als gemeinnützig anerkannt)

- 20 % der Einkünfte können bei der Veranlagung zur Einkommensteuer pro Jahr als Sonderausgaben steuermindernd gelten gemacht werden.
- Wird auf die Rückzahlung der Stammeinlagen und ggf. späterer Aufstockungen verzichtet, können auch sie als Spenden einkommensteuermindernd geltend gemacht werden.

Welche Organe hat die GmbH?

- Gesellschafterversammlung (Mitgliederzahl grundsätzlich unbegrenzt, aber regelmäßig eher klein)
- Geschäftsführung (eine oder mehrere Personen)
- optional weitere Organe

Wie sieht das typische Aktionsfeld einer GmbH aus?

- wirtschaftsnahe Tätigkeiten
- Betrieb von Einrichtungen

Wie werden Entscheidungen getroffen?

- Gesellschafterdemokratie; die Anzahl der Geschäftsanteile bestimmt, wie viele Stimmen ein Gesellschafter hat
- Grundsatzentscheidungen durch Gesellschafterversammlung
- operative Entscheidungen durch Geschäftsführung

Wie flexibel kann die GmbH agieren?

Eine GmbH kann flexibel geführt werden, da
- der Kreis der entscheidungsberechtigten Gesellschafter eher klein ist,
- die Gesellschafterrechte an das Stammkapital gebunden sind und
- die Gesellschafter der Geschäftsführung konkrete Vorgaben machen können.

Kann die Satzung der GmbH angepasst werden?

- ja, durch Entscheidung der Gesellschafterversammlung

Wie beständig ist die GmbH?

- Der Bestand der GmbH ist vom Gesellschafterwechsel in der Regel unabhängig; auch ein vollständiger Gesellschafterwechsel ist grundsätzlich zulässig.
- Der Zweck der GmbH überdauert die Einzelpersönlichkeit der Gesellschafter.

Wie erfolgt die Kontrolle in der GmbH?

- Der Geschäftsführer als gesetzlicher Vertreter wird von der Gesellschafterversammlung kontrolliert.

Wie finanziert sich die GmbH?

- Hauptfinanzierungsquelle sind regelmäßig Leistungsentgelte aus wirtschaftlicher Tätigkeit.
- Fundraising-Potenziale sind eher gering.

Weiteres Infomaterial stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung, bitte wenden Sie sich hierfür an initiativen@verbraucherzentrale.nrw.

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