Klimafreundlicher essen: 27 Kitas machen den Speiseplan-Check

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Viele Einrichtungen nutzten bereits die Möglichkeit, ihre Speisepläne online analysieren zu lassen und individuelle Verbesserungsvorschläge zu erhalten.
Schriftzug "Speiesplan-Check" und eine Köchin
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Lecker, gesund und auch noch klimafreundlich? Für viele Küchenkräfte, Mensavereine oder Caterer, die in Kitas und Schulen für das Essen sorgen, ist auch der Klimaschutz ein wichtiger Aspekt. Unterstützung erhalten sie durch den Online-Speiseplan-Check, den das MehrWert-Projekt der Verbraucherzentrale NRW seit Ende Januar 2021 anbietet. Verpflegungsverantwortliche haben die Möglichkeit, vorhandene Speisepläne im Internet hochzuladen und kostenlos von den Expertinnen des Projekts prüfen zu lassen.

Insgesamt 30 Teilnehmende – 27 Kindertageseinrichtungen, eine Schule und zwei Cateringbetriebe – haben das Angebot bereits wahrgenommen und ihre Speisepläne prüfen lassen. Deutlich wurden dabei drei wesentliche „Stellschrauben“, an denen die Klimabilanz in der Gemeinschaftsverpflegung ganz leicht verbessert werden kann.

Mehr Reis, Fleisch und Milchprodukte als empfohlen

Einen großen Aha-Effekt hatten die teilnehmenden Einrichtungen zum Beispiel beim Thema Reis. Vielen war nicht bewusst, dass diese Stärkebeilage im unverarbeiteten Zustand die schlechteste Klimabilanz aufweist. Denn beim Reisanbau wird stark klimaschädliches Methan freigesetzt. Etwa zwei Drittel der Kitas in der Analyse bot ein oder mehrere Reisgerichte pro Woche an.

Zudem kannten einige Einrichtungen die neuen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Kita- und Schulverpflegung (11/2020) in Bezug auf Fleisch noch nicht. Während die DGE zu einer Fleischmahlzeit pro Woche rät, hatten zwei Drittel der teilnehmenden Küchen mindestens zweimal pro Woche Fleischgerichte im Angebot, davon fünf mindestens wöchentlich Rindfleisch. Werden diese Fleischportionen auf zwei Wochen verteilt und stattdessen mehr vegetarische Gerichte auf den Tisch gebracht, mindert das die mit dem Essen verbundenen Treibhausgasemissionen erheblich.

Auch mit einer Verringerung der eingesetzten Milchprodukte – besonders der fettreichen –  kann ein zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Denn Rinder stoßen ebenfalls Methan aus und benötigen zudem große Mengen Futtermittel. Deshalb sollten  Sahne, Käse und Co. ebenfalls nicht täglich in Kita und Schule angeboten werden. Die DGE-Empfehlung (mindestens viermal in zwei Wochen) wurde jedoch von fast allen Einrichtungen zum Teil deutlich übertroffen.

Praktische Rezepte für eine klimafreundlichere Verpflegung

In individuellen Beratungen durch das MehrWert-Projekt erhielten die Teilnehmenden konkrete Hinweise, wie sie ihren Speiseplan klimafreundlicher gestalten können. So lautete beispielsweise ein Tipp, eine Bolognese-Sauce mit Rinderhack durch eine Grünkern- Bolognese auszutauschen, die ein ähnliches Esserlebnis vermittelt. Anstatt Reis kann zum Beispiel Hirse als Beilage auf die Teller kommen. Nahezu alle Einrichtungen bekundeten nach der Beratung, die Empfehlungen für eine klimafreundliche und gesunde Verpflegung in ihrem Mittagsangebot berücksichtigen zu wollen. Zum Teil wurden sogar erneut optimierte Speisepläne zum Vergleich eingereicht.

Kitas, Schulen und Caterer haben weiterhin die Möglichkeit, ihre Speisepläne kostenlos einzureichen. Nähere Informationen dazu finden Interessierte hier.

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