Digitale Tools für mehr junges Engagement für Nachhaltigkeit

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Mit welchen Instrumenten lassen sich vor allem junge Leute dafür begeistern, sich ehrenamtlich einzubringen? Darum ging es bei einem Online-Austausch des MehrWert-Projekts. Im Mittelpunkt: der "Mitwirk-O-Mat".  
Ein Karton mit Zetteln und Schrift "Lokales Engagement mit dem MitWirk-O-Mat fördern"
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Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie wird im Nachhaltigkeitsbereich vermehrt auf digitale Tools gesetzt. Ob Apps für einen nachhaltigeren Alltag oder Web-Anwendungen, die Engagement-Projekte digital unterstützen  – bürgerschaftliches Engagement findet mehr und mehr digital statt. Und dadurch können auch neue Zielgruppen erreicht werden. 

Ein innovatives Beispiel stellte Felix Englisch, Mitglied der Initiative "Lebendiges Lüneburg e.V." und (Mit-)Initiator des "Mitwirk-O-Mat", jetzt bei einem Online-Austausch des MehrWert-Projekts vor. Silke Strier von der Initiative "Gütersloh tatkräftig e.V." gab Einblick, wie das Tool in Gütersloh eingesetzt wurde. 51 Vertreter:innen aus engagierten Gruppen, Kommunen und Freiwilligenagenturen nahmen an dem virtuellen Treffen teil.

Die Idee zur Entwicklung des "Mitwirk-O-Mat" kam Felix Englisch zu Beginn der Pandemie 2020: "Viele Vereine in Lüneburg hatten es damals schwer, neue Mitglieder zu finden. Wir als Initiative Lebendiges Lüneburg wollten Abhilfe schaffen." Im Oktober 2020 wurde der "Mitwirk-O-Mat" veröffentlicht und war unter anderem auch Teil der "Erstsemester-Tüten" an der Universität Lüneburg. Dadurch wurden auf einen Schlag viele Studienanfänger:innen erreicht. 

"Wahl-O-Mat" fürs Engagement

Der "Mitwirk-O-Mat" ist eine Open-Source-Web-Anwendung, die Menschen eine Orientierung über Engagement-Möglichkeiten in ihrer Stadt und Region geben soll. Im Stile des "Wahl-O-Mat" der Bundeszentrale für politische Bildung, der seit 2002 eine internetbasierte Entscheidungshilfe bei Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen bietet, antworten die Nutzer:innen auf 15 bis 20 Thesen zu ihren persönlichen Interessen und Themenfeldern und erfahren am Ende, mit welchen Initiativen und Vereinen vor Ort die größte Schnittmenge besteht. Dabei ist das Tool umso nützlicher, je mehr Initiativen in der Datenbank aufgelistet werden. 

Alternative zu anderen Engagement-Tools?

Die Idee eines Engagement-Finders ist nicht neu. Es gibt bereits eine Reihe von Angeboten, wie die Engagement-Finder der Aktion Mensch, der Caritas oder der Suchmaschine von Vostel zeigen. "Im Gegensatz zu solchen Angeboten oder klassischen Ehrenamts-Börsen werden mit unserem Tool keine konkreten Gesuche angezeigt, sondern die dazugehörigen Vereine in unterschiedlichen Engagementbereichen aufgelistet", erläuterte Felix Englisch. Es gehe eher um die Frage, wo und wie sich Menschen lokal vor Ort engagieren möchten – ob im sozialen oder kirchlichen Bereich, in der Kultur, im Sportbereich, politisch oder für Klima- und Ressourcenschutz. Dadurch sollen vor allem kleinere Initiativen und Vereine gestärkt werden. 

Angebot für Initiativen, Kommunen und Freiwilligenagenturen

"Auf dem Hackathon März 2021 kam dann die Idee auf, den 'Mitwirk-O-Mat' als technische Dienstleistung umzusetzen", sagte der Lüneburger. Gegen eine Nutzungsgebühr können andere Kommunen, Freiwilligenagenturen und Initiativen das Instrument einsetzen. So entstand auch der Kontakt zur Ehrenamtskoordinatorin des Vereins "Gütersloh tatkräftig", die dann das Tool für die Stadt Gütersloh umsetzen wollte.

"Seit September 2021 ist der 'Mitwirk-O-Mat' für Gütersloh online", berichtete ihre Kollegin Silke Strier. Sie verwies auf die unterschiedliche Engagement-Struktur in ihrer Kommune: "Lüneburg ist eher eine Student:innenstadt, deswegen haben wir die Thesen für Gütersloh zielgruppengerecht angepasst. Der 'Mitwirk-O-Mat' ist für Gütersloh zudem ein Baustein neben vielen anderen, um Engagement vor Ort zu fördern und sichtbarer zu machen."

Denn auch das wurde im Rahmen der Veranstaltung deutlich: Digitale Tools können die persönliche Vernetzungsarbeit von Ehrenamtsagenturen nicht ersetzen. 

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