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Das freie Essener Lastenrad ELA

Stand:

Die Initiative Transition Town – – Essen im Wandel verleiht kostenfrei ein Cargo-Bike und wirbt damit für umweltfreundliches Transportieren mit dem Rad.

Ein Mann fährt auf einem grünen Lastenrad, auf dem ELA steht.
Björn Ahaus von Transition Town - Essen im Wandel mit ELA: Seit April 2016 kann das Lastenrad kostenlos ausgeliehen werden.
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"Schau nicht auf das Vorderrad, sondern dahin, wo du hinfahren willst." Ein guter Hinweis, den Björn Ahaus jedem Neuling mit auf die ersten Meter gibt. Aber leichter gesagt als getan - die Testfahrt beginnt als Schlingerkurs. ELA ist zwar nicht bockig, aber schon etwas gewöhnungsbedürftig. Fast 2,50 Meter Länge, das Eigengewicht und die indirekte Lenkung wollen erst einmal beherrscht sein. "Wir raten jedem, auf einer wenig befahrenen Straße zu üben, bevor er den ersten Transport macht", sagt Ahaus, der sich aktuell um die Ausleihe des Essener Lastenfahrrads ELA kümmert. Als etwas geübter Radler habe man das schlanke Zweirad aber schnell im Griff.

Die Stadtteilnetzwerk-Gruppe von Transition Town hat das leuchtend grün lackierte Cargo-Bike 2015 mit dem Preisgeld angeschafft, das sie im Wettbewerb "Stadtteil-Ideen" der Klima-Initiative Essen gewonnen hat. Eingesetzt wird ELA als Info-Mobil bei Aktionen in den verschiedenen Quartieren. Unter dem Motto "Essen im Wandel" setzt sich Transition Town für eine nachhaltige Entwicklung ein, die von den Stadtbewohnern ausgeht, und initiiert dafür Gemeinschaftsprojekte. "ELA wird von uns aber nicht täglich genutzt. Und so hatten wir die Idee, ein freies Lastenrad anzubieten", erklärt Björn Ahaus.

Das Rad ist mit Kiste und Kindersitz ausgestattet

Vier Kisten Mineralwasser, ein Kühlschrank oder auch ein ganzer Infostand passen auf den Packrahmen des einspurigen Transportrads, das seit April 2016 ausgeliehen werden kann. Bis zu 100 Kilogramm Nutzlast lässt sich ELA aufladen. Die müssen mit Muskelkraft bewegt werden – ein E-Bike wäre in der Anschaffung zu teuer gewesen. Mit montierten Seitenteilen hat man vorne eine Kiste, in der sich auch lose Gegenstände gut von A nach B bringen lassen. Außerdem bieten sie einen Schutz für kleine Passagiere: Das Rad kann auch mit einem fest installierten Kindersitz genutzt werden. Zu buchen ist ELA nach Registrierung auf der Homepage. Die Ausleihe ist kostenfrei, aber Spenden, zum Beispiel für Reparaturen, sind willkommen.

Mit jedem Einsatz transportiert ELA auch Denkanstöße - für mehr umweltfreundliche Mobilität und weniger Autos in der Stadt.

Ein Hingucker mit Coolness-Faktor

"Das Rad ist schon ein Hingucker. Und es hat einen gewissen Coolness-Faktor", sagt Björn Ahaus. Schließlich gehören Lastenräder in der Ruhrgebietsmetropole nicht gerade zum Verkehrsalltag. Häufig bringt der 38-Jährige seinen kleinen Sohn mit dem grünen Zweirad zur Kita. Dann erntet er neugierige Blicke und kommt mit anderen Eltern ins Gespräch. "Wenn ein Lastenrad ein echter Autoersatz ist, verbraucht es nicht nur weniger Platz und ist viel ökologischer, sondern auch viel günstiger als etwa ein Zweitwagen", so der Diplom-Sozialwissenschaftler.

Die Transition-Town-Gruppe möchte demnächst mithilfe von Kooperationspartnern wechselnde Ausleih-Standorte für das Lastenrad anbieten. Wichtig sei vor allem ein sicherer Unterstellort, speziell für die Nacht, erläutert Björn Ahaus. Um den Verleih zu organisieren, braucht es zudem zeitliches Engagement und eine gewisse Flexibilität. Auch Versicherungs- und Rechtsfragen müssen geklärt werden. Die Essener sind aber überzeugt: "Es ist wichtig, mehr Lastenräder auf die Straße zu bringen. Sie tragen dazu bei, dass man umweltfreundlich und voller Lebensfreude auf das Auto verzichten kann."

https://ela.transitiontown-essen.de/

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