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Kaputt und nun? Wegweiser für Reparaturen

Ob Kaffeemaschine, Rucksack oder Spielzeug – es gibt viele Wege etwas Kaputtes zu reparieren. Wann welcher Weg am besten geeignet ist, erfährst du hier.

Auf einer Tischplatte liegt Werkzeug.
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Gewährleistung nutzen

Wenn du fehlerhafte Neuware kaufst, hast du innerhalb der ersten zwei Jahre einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Reparatur oder Ersatz. Innerhalb der ersten zwei Jahre nach Kauf einer Neuware hast du bei einem Defekt einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Reparatur oder Ersatz. Hierfür ist der Händler verantwortlich, bei dem du das Produkt gekauft hast. Das gilt auch bei Online-Käufen.

Wichtig:

  • Das Recht auf Gewährleistung besteht nur dann, wenn das Produkt beim Kauf bereits einen Mangel hatte, auf den der Defekt zurückzuführen ist.
  • Unternimm innerhalb des 2-Jahres-Zeitraums keine eigenen Reparatur-Versuche, da du ansonsten dein Recht auf Gewährleistung verlieren könntest.
  • Der Händler muss auch alle Nebenkosten wie Versand oder Aus- und Umbau tragen.
  • Wenn eine Reparatur im Rahmen der Gewährleistung nicht mehr möglich ist, kannst du eine der folgenden Möglichkeit nutzen.
Bewahre Kaufbeleg und Garantieerklärung auf, damit du deine Rechte geltend machen kannst.

Garantie nutzen

Manche Hersteller bieten eine Garantie auf ihre Produkte. Welche Leistungen der Hersteller bei Defekten übernimmt, ist sehr unterschiedlich. Alles, was die Garantie betrifft, steht im Garantieschein. Dort findest du zum Beispiel Informationen darüber, ob ein Umtausch möglich ist, ob du dein Geld zurückbekommst oder welche Reparaturen durchgeführt werden.


Die Profis ranlassen

Ein professioneller Reparaturbetrieb ist die erste Anlaufstelle, wenn die Gewährleistung und die Herstellergarantie nicht mehr greifen.

Wichtig:

  • Lass dir einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben, in dem ein Maximalpreis festgelegt wird. Dieser darf dann – anders als bei einer Kostenschätzung – nicht überschritten werden.
  • Du musst nur Reparaturen bezahlen, die du auch in Auftrag gegeben hast.
  • Eine erfolglose Fehlersuche darf dir in Rechnung gestellt werden.
  • Wenn nach der Reparatur der gleiche Fehler nach kurzer Zeit erneut auftritt, kannst du eine kostenlose Nachbesserung verlangen.

Wer eine Reparatur in Auftrag geben möchte, bekommt häufig zu hören: „Das lohnt sich nicht“. Aber stimmt das auch, oder ist das nur eine Verkaufsmasche? Eine Studie im Auftrag des Projekts MehrWert NRW, die vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie durchgeführt wurde, zeigt, wann sich Reparaturen von Elektrogeräten finanziell und ökologisch lohnen.

Ehrenamtliche Hilfe im Reparaturcafé

Wenn du etwas Kaputtes selbst reparieren möchtest, aber Unterstützung brauchst, ist ein Reparaturcafé vielleicht der richtige Ort für dich. Dort wirst du von einem ehrenamtlichen Experten unterstützt und kannst vorhandene Werkzeuge nutzen. Frag am besten vorher nach, ob du für deine Reparatur noch spezielle Ersatzteile, Anleitungen oder Spezialwerkzeug mitbringen musst. Der Besuch eines Reparaturcafé ist kostenlos, eine freiwillige Spende meistens gewünscht.

Wichtig:

  • Lass dir die Reparatur von den ehrenamtlichen Helfern im Reparaturcafé genau erklären. Befolge auf jeden Fall ihre Anweisungen.
  • Das Risiko, dass eine Reparatur im Reparaturcafé nicht gelingt, oder dass durch eine fehlerhafte Reparatur ein Schaden verursacht wird, trägst du grundsätzlich selbst.

Ein Reparaturcafé in deiner Nähe findest du auf unserer Mitmachkarte.

Woran du beim Einkauf erkennst, ob ein Produkt reparaturfreundlich ist, erfährst du hier.

Mehr zum Thema "Reparieren + upcyceln".

Weiterführende Links:

  • Stiftung Warentest hat erforscht, wann es sinnvoll ist, kaputte Haushaltsgeräte reparieren zu lassen. Zum Artikel bei → Stiftung Warentest
     
  • offene-werkstaetten.org - gemeinsame Plattform für Offene Werkstätten und ihre Angebote → mehr
     
  • reparatur-initiativen.de - die Netzwerk- und Informations-Plattform für Reparatur-Initiativen → mehr
     
  • In Repair-Cafés Handys unter Anleitung selbst reparieren - geht das? Ein → Bericht der Stiftung Warentest

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