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Saisonale Ernährung – geht das im Winter?

Stand:
  • Auch Früchte und Gemüse, die ein warmes Klima benötigen, haben in den jeweiligen Ländern zu bestimmten Zeiten „Hauptsaison“.
  • Wer exotische Früchte mag, aber das Klima weniger belasten will, wählt solche, die mit dem Schiff und nicht mit dem Flugzeug transportiert werden – beispielsweise Bananen.
Orange am Baum
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In den Wintermonaten sind im Vergleich zum Sommer deutlich weniger Gemüsesorten und kein Obst aus frischer, regionaler Produktion erhältlich. Doch auch jetzt kann noch das verfügbare heimische Angebot genutzt werden, zum Beispiel winterharte Kohlsorten wie Grünkohl und Rosenkohl. Auch bei den Salaten gibt es einige winterharte Sorten wie Feldsalat oder Chicorée. Champignons und Lauch gibt es das ganze Jahr über. Außerdem sind Äpfel und Birnen als Lagerware verfügbar.

Auch Exoten haben eine Haupterntezeit

Es spricht zudem nichts dagegen, den Speiseplan in den Wintermonaten mit Obst und Gemüse aus anderen Ländern zu ergänzen. Hierbei ist zu beachten, dass auch viele exotische Früchte zu einer bestimmten Zeit in ihren jeweiligen Herkunftsländern Saison haben. In diesen Monaten ist das Angebot besonders groß und die Qualität entsprechend gut. Es empfiehlt sich, in der landesabhängigen Hauptsaison einzukaufen, weil die Früchte in dieser Zeit einfach besser schmecken. Südfrüchte wie Orangen oder Zitronen gibt es im Handel sowohl weit gereist aus Übersee als auch aus Europa. Daher ist es sinnvoll, auf das Herkunftsland zu achten.

Flugware belastet das Klima am stärksten

Wer exotische Früchte mag, aber das Klima weniger belasten möchte, sollte Früchte wählen, die überwiegend mit dem Schiff transportiert werden, wie zum Beispiel Bananen.

Litchis oder Mangos kommen dagegen meistens per Flugzeug zu uns – das verursacht mehr Schadstoffemissionen. Handel und Gastronomie geben jedoch selten Auskunft über Flugtransporte.

Anhaltspunkte dafür, ob ein Lebensmittel mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug transportiert wurde, bieten zum einen das Herkunftsland und zum anderen die Obst- oder Gemüsesorte. Himbeeren beispielsweise sind sehr empfindlich. Sie würden die lange transatlantische Schiffsreise aus Mexiko nicht überstehen. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass sie geflogen wurden.

Bananen dagegen sind deutlich robuster, können nachreifen und werden meist mit Containerschiffen transportiert.

Die fünf häufigsten per Luftfracht nach Deutschland importierten Gemüsearten aus Drittländern

Produkt

Wichtigste Herkunftsländer
(mit Mengenanteil in %)

Menge in Tonnen

Bohnen (frisch oder gekühlt)

Ägypten (57 %), Kenia, Dominikanische Republik, Thailand

4.348

Anderes Gemüse (z.B. Tropengemüse, Bambussprossen, Kräuter; frisch oder gekühlt)

Thailand (20 %), Indien, Kenia, Dominikanische Republik

3.812

Erbsen (frisch oder getrocknet)

Kenia (78 %), Ägypten

734

Spargel (frisch oder gekühlt)

Peru (69 %), Thailand, USA

599

Gurken und Cornichons (frisch oder gekühlt)

Jordanien (64 %), Ägypten

504

 

Die fünf häufigsten per Luftfracht nach Deutschland importierten Obstarten aus Drittländern

Produkt

Wichtigste Herkunftsländer
(mit Mengenanteil in %)

Menge in Tonnen

Guaven, Mangos und Mangostans (frisch oder getrocknet)

Pakistan (41%), Brasilien, Thailand, Dominikanische Republik

2.807

 

Papayas (frisch)

Brasilien (84 %), Thailand, Ghana, USA

2.385

Ananas (frisch oder getrocknet)

Ghana (43 %), Uganda, Südafrika, Togo

1.100

Tamarinden, Cashewäpfel, Litschis, Jackfrüchte, Sapotpflaumen, Passionsfrüchte, Karambolen und Pitahayas (frisch)

Vietnam (25 %), Kolumbien, Malaysia, Thailand, Südafrika

787

Erdbeeren (frisch)

Ägypten (86 %), Marokko

732

Angaben 2008; Quelle: Keller, Waskow 2012

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