Obst und Gemüse selbst anbauen, pflücken und sammeln

Stand:
  • Nicht nur im eigenen Garten und auf dem Balkon, sondern auch in Gemeinschaftsgärten und auf gemieteten Selbsterntefeldern können Verbraucher zu Erzeugern werden.
  • Bei Obstbäumen und -Sträuchern in öffentlichen Anlagen ist das Ernten zum Eigenbedarf in der Regel erlaubt.
Hände, Erde
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Selbst anbauen: Gemeinschaftsgärten in der Stadt

Bei einem Gemeinschafts- oder Mitmach-Garten tun sich Menschen unterschiedlichen Alters und vielfältiger Herkunft zusammen, um gemeinsam Flächen fürs Gärtnern zu nutzen.

Das Säen, Pflanzen, Pflegen und Ernten lässt nicht nur Obst, Gemüse, Kräuter und Blumen wachsen, sondern auch Gemeinsinn und gute Nachbarschaft. So entwickeln sich nachhaltige grüne Oasen in der Stadt, die in der Regel öffentlich zugänglich sind.

Viele Gruppen wollen durch den Eigenanbau und die Verwertung der selbst erzeugten Lebensmittel auch die Wertschätzung für unser Essen fördern, gärtnerisches Wissen vermitteln und alte Obst- und Gemüsesorten erhalten.

Schon gewusst? Die Gemeinschaftsgärten in NRW findest du in der Mitmachkarte.

Selbsterntegärten

In Selbsterntegärten werden Verbraucher zu Landwirten. Sie mieten eine Fläche, zum Beispiel ein Stück eines großen Ackers, der von einem Gärtner oder Landwirt vorbereitet und bepflanzt wurde.

Jetzt ist der Mieter gefragt: Er muss regelmäßig das Unkraut jäten, den Boden auflockern, die Pflanzen pflegen und wässern und natürlich das Gemüse ernten. Woran erkennt man Unkraut? Was macht man mit Kartoffelkäfern? Häufig werden Gärtnersprechstunden angeboten, in denen der Landwirt Tipps und Antworten auf offene Fragen gibt.

Selbst ernten beim Landwirt

Erdbeeren, Himbeeren, Bohnen oder Kartoffeln – viele Landwirte bieten Verbrauchern an, Obst und Gemüse eigenhändig vom Feld oder Strauch zu ernten.

Selbst ernten in öffentlichen Anlagen

In öffentlichen Anlagen und Parks darf man in der Regel frei zugängliches Obst für den eigenen Bedarf ernten.

Wichtig: Es dürfen keine Eigentumsrechte verletzt werden. Manchmal sind die Bäume doch verpachtet oder die Ernte ist der- oder demjenigen versprochen, der sie gestiftet hat und/oder pflegt. Im Zweifel sollte man also vor dem Pflücken beim örtlichen Grünflächenamt nachfragen.

Gibt es gesundheitliche Bedenken?

Vor Schadstoffen muss man bei selbst gepflücktem Stadtobst keine Angst haben.

Schon gewusst? Eine Studie der Technischen Universität Berlin hat ergeben, dass die Blei- und Cadmium-Konzentrationen bei Stadtobst mehrheitlich vergleichbar oder deutlich geringer als in Obstproben aus dem Supermarkt sind.

Am besten wählen Sie zum Pflücken Bäume und Sträucher, die etwas abseits von vielbefahrenen Straßen liegen, da an diesen Standorten das Risiko von Schwermetallbelastungen sogar noch geringer ist.

Der Übertragungsweg des Fuchsbandwurmes auf den Menschen ist bisher nicht geklärt. Das Sammeln von Beeren ist nicht als klarer Risikofaktor identifiziert worden. Laut Experten ist von keinem Fuchsbandwurm-Patienten bekannt, dass er oder sie sich durch Waldbeeren angesteckt hätte. Wer ganz sicher gehen will, kann die Beeren einkochen, bei 60 Grad sterben die Erreger ab.

Grundsätzlich sollte man alle selbst gepflückten Früchte vor dem Verzehr gründlich waschen und auf Schimmel und Madenbefall überprüfen.


Praktische Links

Hier gibt es Gratis-Obst:
Hinweise zu Standorten von frei zugänglichen Obstbäumen und -sträuchern gibt die Plattform mundraub.org.

Hier kann man in NRW Kirschen, Erdbeeren und Co. selbst pflücken:
Der Online-Einkaufsführer der Landwirtschaftskammer NRW gibt eine Übersicht über Selbstpflückeranlagen.

Tipps für den eigenen Anbau und die Verarbeitung von der Landwirtschaftskammer NRW
Umfangreiche Informationen rund um den Anbau und die Verarbeitung von Erdbeeren, Beerenobst, Spargel und Kartoffeln bieten die Broschüren:


Wie funktioniert ein Selbsterntegarten?
Auf der Website des Bundeszentrums für Ernährung gibt es einen nützlichen

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