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Weniger Speiseabfälle und mehr regionale Lebensmittel in Kölner Kitas

Stand:
  • Was Kölner Kinder in der Kita zu essen bekommen, soll nicht nur gesund und lecker, sondern auch nachhaltig sein.
  • Ernährungsrat Köln, Stadt Köln, freie Träger Kölner Kindertagesstätten und das Projekt MehrWertKonsum arbeiten zusammen, um Regionalität und Ernährungsbildung zu fördern.
  • Abfallmessungen und Speiseplan-Checks in elf Einrichtungen als erster Baustein.
Eine Gruppe Menschen mit Äpfeln
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Der Kölner Ernährungsrat, die Stadt Köln und der „Arbeitskreis 80“ der Träger und Spitzenverbände der Kölner Kindertagesstätten haben sich zum Ziel gesetzt, Regionalität und Nachhaltigkeit in der Kita-Küche zu fördern. „Wir haben eine besondere Verantwortung für die kleinen Menschen, die noch nicht selbst die Kaufentscheidungen treffen“, sagt Peter Zens vom Ernährungsrat Köln. Beim gemeinsamen Essen können schon die Jüngsten viel über eine bewusste Ernährung und die regionale Landwirtschaft lernen. „Der Geschmack und das Essverhalten werden geschult.“ 

Abfallmessungen und Speiseplan-Checks in elf Einrichtungen als erster Baustein

Im ersten Schritt messen und analysieren elf Kitas mit Hilfe des Projekts MehrWertKonsum ihre Lebensmittelabfälle. „Uns ist es wichtig, dass die Einrichtungen in die Lage versetzt werden, Abfalldaten zu erheben und selbst gegen Lebensmittelverschwendung aktiv zu werden“, erläutert Ernährungsexperte Frank Waskow. Die bisher vorliegenden Ergebnisse aus zehn Einrichtungen (jeweils zehn Messtage) zeigen, dass durchschnittlich rund ein Fünftel der zubereiteten Speisen entsorgt wird. Die Abfallquoten reichen je nach Kita von fünf bis 32 Prozent der Speisen. 

„Einige Kitas sind in Sachen Abfallvermeidung bereits sehr gut aufgestellt, aber es gibt noch Potenzial, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und damit auch Kosten einzusparen.“ Mit dem Küchenpersonal werden dazu konkrete Verbesserungsvorschläge für Einkauf, Essensplanung und Portionierung entwickelt. „So ergeben sich finanzielle Spielräume, die für den Einsatz von mehr frischen regionalen Produkten genutzt werden können“, erklärt Waskow. Außerdem werden Speisepläne unter die Lupe genommen mit dem Ziel, mehr klimafreundliche Gerichte anzubieten.

Kartoffeln für die Pommes vom Bauern aus der Region

In der Kindertagesstätte der Quäker, einem freien Träger im Stadtbezirk Ehrenfeld, versorgt bereits ein Biobäcker aus dem Stadtteil die Kita und das angeschlossene Nachbarschaftsheim. Auch Gemüse und Obst werden lokal eingekauft, die Kartoffeln liefert ein Bauer aus der Region. Bei der Kita in der von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus, die zur gGmbH KölnKitas gehört, haben die Abfallmessungen die schon abfallarme Versorgungsstrategie bestätigt. Täglich erhalten einhundert Kinder Frühstück, Mittagessen und Nachmittags-Snacks, die von nahen Anbietern zumeist in Bioqualität geliefert werden. „Die Kinder haben selbst gemessen, was beim Essen übriggeblieben ist. Wir haben Tabellen mit den Ergebnissen aufgehängt und geschaut, welche Gruppe am wenigsten weggeworfen hat: Das wurde am Ende bei einem Fest gefeiert“, berichtet Kita-Leiterin Nicole Wegner-Hemmert.

„Regionalkümmerer“ soll Einrichtungen unterstützen

Im Rahmen des Konzepts „StERN-Kitas Köln“ (Projekt zur Steigerung von Ernährungsbildung, Regionalität und Nachhaltigkeit“) möchten Ernährungsrat und der Arbeitskreis der Kita-Träger in Kürze einen „Regionalkümmerer“ etablieren, der die Kindertageseinrichtungen beim Einsatz von regionalen Lebensmitteln unterstützt und Brücken zu Landwirten aus der Kölner Umgebung baut. Die Stadt Köln, die alleine 226 Kindertageseinrichtungen in ihrer Trägerschaft hat, bereitet derzeit eine neue Ausschreibung für das Mittagessen vor und will dabei auch Kriterien der Nachhaltigkeit besonders berücksichtigen. Jede Kita-Leitung verfügt zudem laut Karin Rashid vom Kölner Jugendamt über ein Budget, um zusätzlich zum Mittagessen regionales Obst und Gemüse fürs Frühstück und den Nachmittagssnack zuzukaufen.  

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