Erfolgreich Fördermittel beantragen: Tipps vom Fundraising-Experten

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Bei unserer Online-MitWirkstatt erfuhren Initiativen, wie sie mögliche Förderer finden und Geld für ihre Arbeit einwerben können. Das Interesse war groß.

Eine Hand tippt auf einem Taschenrechner, daneben liegt ein Notizblock
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Ob für Anschaffungen, Mieten oder andere laufende Kosten: Um ihre Ideen und Projekte umsetzen zu können, brauchen auch Nachhaltigkeits-Initiativen Geld. Aber wie kommen freiwillig Engagierte an Fördermittel? Welche Finanzierungsquellen stehen bürgerschaftlichen Initiativen offen und wie lassen sich diese erfolgreich "anzapfen"? Darum ging es in unserer Online-MitWirkstatt im August. Als Experte war Daniel Pichert dabei. Er ist Coach in Sachen Fundraising für gemeinnützige Organisationen.

Viele verschiedene Initiativen dabei

Wie sehr das Thema Initiativen umtreibt, zeigte das große Interesse an dem Workshop. "Die Finanzierung ist stets eine Herausforderung", berichtete beispielsweise Detlev vom Projekt Rheinwiesen-Farm, das Kindern die Artenvielfalt erlebbar machen will. Die IG Fahrradstadt Wuppertal würde gerne ein Rollfiets anschaffen, ein Rollstuhlfahrrad, mit dem gehbehinderte Menschen zusammen mit Nichtbehinderten Fahrradtouren unternehmen können. Dafür werden Förderer gesucht. Auch ehrenamtliche Reparateure und Technik-Tüftler waren in der Runde vertreten. Sie sind auf Räume angewiesen, in denen sie ihre offenen Werkstätten anbieten können, und brauchen außerdem Werkzeuge und Geräte.

Es gibt viele Fördermöglichkeiten – man muss sie nur finden

Daniel Pichert zeigte in seinem Vortrag, dass es durchaus viele Möglichkeiten für Initiativen gibt, Finanzmittel einzuwerben. Von Stiftungen über Geldinstitute und Lotterien bis hin zu öffentlichen Förderprogrammen und kommunalen Haushalten reicht die Spanne. Selbst für den Profi ist es da nicht ganz leicht, einen Überblick zu gewinnen. Sein Tipp: Jede Gruppe sollte sich umschauen und möglichst einen Pool aus potenziellen Förderern aufbauen. 

Anträge auf Förderung müssen zu den Zielen der Geber passen  

Beim Schreiben von Anträgen gilt es dann, die "Brille der fördernden Institution" aufzusetzen: "Dem Förderer muss klar werden, warum das Projekt zu seinem Förderziel passt, warum der Geber und die Initiative Partner sein sollten. An 20 Fördermittelgeber den gleichen Antrag zu schreiben, ist wie sich bei 20 Jobs mit der gleichen Bewerbung vorzustellen. Das wird selten funktionieren."

Vorhaben möglichst gut beschreiben

Doch nicht immer sind die Anforderungen und die inhaltliche Ausrichtung der Förderer ganz klar zu erkennen. Dann hilft es, sein Vorhaben mit verschiedenen Etiketten zu versehen. Ein Gartenprojekt, das mit Kindern und Flüchtlingen zusammenarbeitet, könnte etwa die Schlagwörter "Gemeinschaftsgarten", "Projekte mit Kindern", "Interkultureller Garten" und "Flüchtlingshilfe" für sich nutzen. Denn: "Geber, die Initiativen für Flüchtlinge fördern, sind ganz andere, als die, die Projekte mit Kindern fördern", erklärte Daniel Pichert.

Fundraising muss man sportlich sehen. Die größte Tugend ist dabei Ausdauer: Einfach tun und dranbleiben. Es ist wie beim Fußball: Auch bei drei Gegentoren weiterspielen - irgendwann kommen die Erfolgserlebnisse.

Workshop mit Interaktion und Austausch im Chat 

Wie das aussehen könnte, entwickelten die Teilnehmenden in einem interaktiven Spiel gemeinsam. Innerhalb weniger Minuten galt es, sich eine Initiative ausdenken und diese mit so vielen passenden Schlagwörtern wie möglich zu versehen. Im Chat wurden außerdem Erfahrungen mit der Beantragung von Fördermitteln geteilt. "Je öfter man Anträge stellt, desto besser klappt es. Austausch mit anderen hilft dabei sehr", so eine Teilnehmern.

In der Corona-Zeit werden bevorzugt Digitalisierungsprojekte gefördert

Corona beeinflusst aktuell allerdings auch die Fördermittelsituation. Nach Beobachtung von Daniel Pichert werden eher kleinere Beträge vergeben "und man sollte am besten ein Verein sein, um sie zu bekommen". Doch auch hier machte der Coach Mut und hatte einen Rat: "Es werden viele Digitalisierungsprojekte gefördert, um den Zugang zu digitaler Kommunikation zu ermöglichen." Auch da lohne es sich also, entsprechende Anträge zu stellen.

Positives Feedback 

Trotz technischer Schwierigkeiten zu Beginn gab es sehr positives Feedback zu dem Online-Workshop. Viele blieben gerne etwas länger dabei als ursprünglich vorgesehen. Daniel Pichert fasste das Thema schließlich so zusammen: "Fundraising muss man sportlich sehen. Die größte Tugend ist dabei Ausdauer: Einfach tun und dranbleiben. Es ist wie beim Fußball: Auch bei drei Gegentoren weiterspielen - irgendwann kommen die Erfolgserlebnisse."

Die MitWirkstätten bieten Engagierten Raum für Erfahrungsaustausch, Vernetzung und kreative Arbeit. Sie finden online und an wechselnden zentralen Orten in Nordrhein-Westfalen statt. 

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