„Der persönliche Kontakt ist unschlagbar“

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Wie Netzwerken das lokale Engagement für Nachhaltigkeit stärken kann, stand im Mittelpunkt unserer Regionalen MitWirkstatt in Bochum. 

Gruppenbild: Die Mitglieder eines Workshops
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„Gemeinsam, nachhaltig, vernetzt“, unter diesem Motto diskutierten Engagierte aus elf Initiativen bei der Regionalen MitWirkstatt des MehrWert-Projekts über Chancen und Herausforderungen der strategischen Vernetzung im Ehrenamt. Im „Raum9/Leihladen“ des Bochumer Initiativen-Netzwerks Botopia e.V. wurden in einer offenen Runde sowie in einem Workshop Ideen ausgetauscht und konkrete Umsetzungsschritte erarbeitet. 

Botopia vernetzt Bochumer Initiativen

Alexandra Jaik und Christoph Bast stellten zu Beginn den Verein Botopia vor. 2016 gegründet, ist Botopia zugleich eine Initiative und ein Netzwerk aus verschiedenen Initiativen. Im Mai 2018 wurde der selbst organisierte „Raum9“ in der Griesenbruchstraße 9 im Westen der Bochumer Innenstadt eröffnet. In dem früheren Ladenlokal haben unterschiedliche Initiativen die Möglichkeit, unentgeltlich und unbürokratisch ihre Ideen zu verwirklichen. Neben einem Leihladen gehören beispielsweise ein Nähcafé und die offene Fahrradwerkstatt „Velotopia“ zu den Angeboten.

Fishbowl-Diskussion mit drei Gästen 

Maike Majewski, unter anderem Mitgründerin von Transition Town Berlin-Pankow, Uwe van der Lely, Geschäftsführer der Bochumer Ehrenamtsagentur, und Stephanie Ehlert, Ehrenamtskoordinatorin der Verbraucherzentrale NRW, berichteten anschließend von ihren Erfahrungen mit Vernetzung und standen für Fragen zur Verfügung. In der Fishbowl-Diskussion hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Themen und Aspekte einzubringen. Moderiert wurde die Debatte von Kerstin Schnücker und Tim Schwermer vom MehrWert-Team. 

Netzwerke sind nützlich, wollen aber auch aufgebaut und gepflegt sein 

Ein wesentliches Fazit: Netzwerke zahlen sich langfristig aus, erfordern jedoch zunächst die Investition von Zeit, Ressourcen und Vertrauen. Gerade der Zeitfaktor stellt dabei häufig eine Hürde für Engagierte in Initiativen dar. Denn ob im Gemeinschaftsgarten, Repair-Café oder Leihladen – meist sind die persönlichen Zeit-Budgets mit der praktischen Arbeit schon ziemlich ausgereizt.

„Für ein starkes Netzwerk müssen Struktur, Aufgaben und Mehrwert für die Netzwerkpartner klar sein“

„Für ein starkes Netzwerk müssen Struktur, Aufgaben und Mehrwert für die Netzwerkpartner klar sein“, sagte Uwe van der Lely. Für ihn ist dabei der persönliche Kontakt gegenüber dem digitalen Austausch „unschlagbar“. Dies bekräftigte auch Maike Majewski: „Die besten Netzwerkerfahrungen waren immer auf der persönlichen Ebene. Gesichter sind wichtig um zu sehen: Wer steckt dahinter, wie ticken die“,  so die Wahl-Berlinerin, die seit vielen Jahren Projekte und Initiativen aus dem Nachhaltigkeitsbereich initiiert und begleitet. Stephanie Ehlert riet dazu, sich auch beim Netzwerken seiner Ziele bewusst zu sein und Cluster zu bilden mit Kontakten, die bei verschiedenen Aufgaben und Problemen hilfreich sein  können.

Gruppenarbeit zu konkreten Projekten

Nach einem vegetarisch-veganen Mittagsimbiss wurden in Kleingruppen konkrete Netzwerkstrategien für verschiedene Projekte erarbeitet. Ob Mitgliedergewinnung, Finanzierung und Förderung oder gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit: Gemeinsam wurde überlegt, welche Partner jeweils unterstützen können. Dabei wurden auch schon Tipps und bereits vorhandene Kontakte ausgetauscht. In einer abschließenden Ergebnisrunde trugen die Teilnehmenden die Erkenntnisse dann zusammen. „Mich hat die Veranstaltung sensibilisiert, das Thema Vernetzung in meiner Initiative jetzt anzugehen“, meinte eine Teilnehmerin zum Abschluss. 

Vertretene Initiativen: 
Botopia e.V., Gemeinschaftsgarten  Bochum, Ernährungsrat Bochum, Tauschring Essen, Gemeinschaftsgarten Hof Bergmann Bochum, Leihladen Bochum, Transition Town Mönchengladbach, Foodsharing Bochum,  Ernährungsrat Essen, Gemeinschaftsgarten Essen, LutherLab e.V.
 

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