Applaus für das Projekt „Klimawandel auf dem Teller“

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Die Nachhaltigkeits-AG der Sophie-Scholl-Gesamtschule Remscheid präsentiert der ganzen Schule die Ergebnisse ihrer Abfallmessungen in der Mensa und ruft dazu auf, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Die Lebensmittelretterinnen der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Remscheid präsentieren vor Mitschülerinnen und Mitschülern die Ergebnisse der Abfallmessungen
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„Essen spenden“, „sagen, wie viel man möchte“, „Essensplan machen“ – diese und viele weitere  Ideen gegen Lebensmittelverschwendung sammelten Schülerinnen und Schüler der Sophie-Scholl-Gesamtschule Remscheid an einer Pinnwand. Zuvor hatten sie im großen Mensa- und Veranstaltungsraum erfahren, wie viel Essen allein an ihrer Schule in den Müll wandert. Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien stellte die Nachhaltigkeits-AG der zehnten Jahrgangsstufe den Mitschülerinnen und Mitschülern die Ergebnisse ihrer Abfallmessungen in der Mensa vor.

„602,5 Kilo wurden für den Mülleimer gekocht“

An zehn Tagen hatten die engagierten „Lebensmittelretterinnen“ nach Anleitung des MehrWert-Projekts genau erfasst, was beim Mittagessen übrig blieb. Die Zahlen, die sie nun präsentierten, sorgten für einen „Wow“-Effekt. Denn von 2.016,4 Kilogramm produzierten Speisen wurden im Messzeitraum 602,5 Kilogramm weggeworfen. Das entspricht einer Abfallquote von 30 Prozent. Die Tellerreste machten gut 300 Kilogramm und damit fast die Hälfte aus. „602,5 Kilo wurden für den Mülleimer gekocht. 1.205 Euro haben wir dadurch weggeworfen“, sagten die Mädchen und nannten auch Gründe: „Wir bestellen, was wir nicht mögen, überschätzen unseren Hunger oder haben vor dem Essen schon gesnackt.“

Zusammenhang von Ernährung und Klimaschutz erklärt

Ausführlich stellten jetzt die Mitglieder der Nachhaltigkeits-AG den jahrgangsweise erschienenen Mitschülern auch den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz dar. Denn die Produktion von Lebensmitteln sorgt für Emissionen, die das Klima anheizen. Besonders hoch sind sie bei der Erzeugung von Fleisch, Wurst und anderen tierischen Produkten. Anhand von vielen Zahlen und Bildern zeigten die Schülerinnen eindrücklich die Folgen unseres Fleischhungers für die Umwelt, aber auch für die Tiere selbst.

Mensa-Team führte Kellenplan und weiteren Veggieday ein

Das Vorhaben „Klimawandel auf dem Teller“ hat an der Remscheider Gesamtschule schon zu Veränderungen geführt. So gibt es inzwischen verschiedene Kellengrößen in der Mensa – „damit ein Fünftklässler nicht eine genauso große Portion bekommt wie ein Zehntklässler“, erklärten die „Lebensmittelretterinnen“. Außerdem wurde ein zusätzlicher Veggieday eingeführt, an dem nur fleischlose Gerichte angeboten werden. Aus nicht gegessenen und überreifen Bananen wird Bananenbrot hergestellt. Nach den Weihnachtsferien sind außerdem alle Mensagäste aufgerufen, Rückmeldungen, Wünsche und Beschwerden zum Essen in Mensa und Cafeteria zu notieren und in eine Box zu werfen.

Viel Lob für das Engagement

Vor allem die älteren Jahrgänge honorierten den Vortrag der Nachhaltigkeits-AG mit Beifall und anerkennendem Klopfen auf die Tische. Von Lehrerinnen und Lehrern gab es ebenfalls positive Rückmeldung. Vor der ganzen Schule zu präsentieren – den Mut muss man erst einmal haben. „Es ging aber besser, als wir gedacht haben“, meinten die Mädchen selbst. Sie wollen auf jeden Fall am Thema dranbleiben. „Viele unserer Schüler sind ja bei Fridays for Future dabei. Wir wollen uns ganz konkret an unserer Schule fürs Klima stark machen“, sagte Lehrerin Petra Zimmerlin, die Ansprechpartnerin für die Schulverpflegung ist und das Projekt „Klimawandel auf dem Teller“ begleitet.

Das Projekt

Gemeinsam mit Schulen ihren Verpflegungspartnern wie Caterern und Mensavereinen entwickelt das Projekt MehrWertKonsum jeweils passgenaue Ansätze für ein attraktives, abfallarmes und klimafreundliches Verpflegungsangebot und stellt begleitende Bildungsangebote zur Verfügung.

Mehr dazu unter www.mehrwert.nrw/gemeinschaftsverpflegung.
        

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