Mitgliedergewinnung ist dauerhaftes Thema

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"Wie können wir Leute gewinnen, die nicht nur mitmachen, sondern die sich auch auf den Fahrersitz setzen und Verantwortung übernehmen?" Diese und weitere Fragen wurden bei der MitWirkstatt "Engagierte gewinnen und halten" beantwortet.
Gruppe junger Menschen im Sonnenuntergang
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Aktionen umsetzen, Newsletter schreiben, Veranstaltungen planen – Engagement macht besonders Spaß, wenn viele helfende Hände gemeinsam anpacken. Das MehrWert-Projekt lud deshalb zum digitalen Vernetzungstreffen rund um das Thema "Mitgliedergewinnung und -bindung" ein. Die Teilnehmenden des Treffens engagieren sich zum Beispiel in Reparatur-, Nähcafés oder Sportvereinen, beim foodsharing sowie in Green Offices von Hochschulen.

Mitgliedergewinnung bleibt ein dauerhaftes Thema

Schon während der Vorstellungsrunde wurde klar: Die Aufgabe der Mitgliedergewinnung endet nie und bleibt eine permanente Herausforderung für alle Initiativen – egal welcher Größenordnung und ganz gleich, ob die Gruppe schon lange oder erst seit Kurzem besteht. Auch der Verlust von älteren Mitgliedern, die sich nach vielen Jahre im Engagement zurückziehen, sei kaum mit jungen Freiwilligen zu kompensieren, weil hier der Kontakt und die Kommunikationswege fehlten. "Wie kommen wir an jüngere Menschen, die uns bei Nähaufgaben helfen?", fragte Birgit (Ka!serliches Repair- und Näh-Café) passend in die Runde.

"Häppchen-Engagement" als Einstieg 

Referentin Julia Junge, Trainerin und Organisationscoach aus Bremen, hat sich besonders mit der Bindung von neuen Engagierten durch digitale Werkzeuge beschäftigt. Sie stellte den Teilnehmenden ihr Stufenmodell vor, das den Zugang zu neuen Mitgliedern erleichtern soll. Kernpunkt: das "Häppchen-Engagement". "Wenn viele Menschen etwas Kleines tun, wird sich das im Ergebnis widerspiegeln", so die Trainerin. Es gehe bei dieser Art von Engagement darum, Leute zu finden, die sich für eine einmalige Aktion anmelden und mitmachen. Ob bei Clean-ups, bei Lebensmittelrettungen oder bei Pflanzaktionen – je mehr Personen, desto besser. "Die Menschen haben nicht unbegrenzt Zeit, deshalb müssen Projekte beschreibbar sein, greifbar oder zeitlich begrenzt", ist Julia Junge überzeugt. Auch der Einsatz eines Newsletters wurde anhand von Beispielen erklärt und mit anderen Möglichkeiten zur digitalen Kommunikation verglichen.

Persönlicher Kontakt ist wichtig

Isabel Naguib, Projektmitarbeiterin und engagierte Botschafterin bei foodsharing Bonn, gab im Anschluss einen konkreten und praktischen Einblick in die Initiativenarbeit: Wie werden Mitglieder gewonnen, welche Lerneffekte ergeben sich daraus und wie kann die Ansprache an einem Infostand umgesetzt werden? Auch wenn es bei foodsharing um die Wertschätzung von Lebensmitteln geht, konnten alle Teilnehmenden Ideen und Impulse für ihre jeweiligen Gruppen mitnehmen. "Wenn es Interessierte gibt: direkt kontaktieren, abholen und einbinden", riet Naguib abschließend zu ihrem Input.

Lösungen finden und loslegen

Zum Ende tauschten sich die Engagierten in Kleingruppen über ihre nächsten Schritte zur Mitgliedergewinnung aus und bedankten sich für die Impulse, die sie bekommen hatten. "Es ist wichtig zu merken, welche Dinge man schon gut macht. Dann kann man sich den Herausforderungen stellen und die nächsten Schritte angehen", betonte Nina (GermanZero). 

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