"Fühler ausstrecken und flexibel sein"

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Im Online-Workshop „Mit der Kommune kooperieren und Ideen umsetzen“ entwickelten die Teilnehmenden Strategien, wie Initiativen die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung starten können.
Bunte Holzbauklötze
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Ob Gemeinschaftsgarten, Reparatur-Initiative, Leihladen oder Umweltprojekt: Nachhaltiges Engagement findet vor Ort statt. Kommunen möchten dieses Engagement zunehmend stärken und bauen entsprechende Strukturen auf. Doch häufig fehlt es noch an Anlaufstellen für ehrenamtliche Gruppen, die Nachhaltigkeitsprojekte umsetzen wollen und dafür beispielsweise Räume, rechtliche Hilfestellung oder finanzielle Förderung brauchen.  

Wie können Engagierte auf die Kommune zugehen? Wie lässt sich eine Kooperation praktisch und gut umsetzen? Wo liegt Konfliktpotenzial zwischen Ehren- und Hauptamt? Wie trägt man seine Projekte an Politik und Verwaltung heran? Darum ging es jetzt beim Online-Workshop des MehrWert-Projekts "Mit der Kommune kooperieren und Ideen umsetzen". Anhand von Inputs, einer digitalen Pinnwand und in Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmenden –  darunter beispielsweise Vertreter:innen von Transition Town-Initiativen, Ernährungsräten, Bund für Umwelt und Naturschutz und foodsharing  – gemeinsam Antworten.

Ideen für den ersten Schritt

Zum Einstieg stellten Vivien Illigens von foodsharing Bochum und Daniel Appelt von der Leihbar Bonn in Interviews ihre Initiativen vor und berichteten von ihren Erfahrungen. Die Bochumer Lebensmittelretter konnten auf Anfrag der Wirtschaftsförderung ein leerstehendes Ladenlokal nutzen, um gerettetes Essen zu verteilen. Die Idee zur Bonner Leihbar entstand bei einer Stadtteilkonferenz und wurde stark durch das Quartiersmanagement unterstützt, das beispielweise Räume zur Verfügung stellte. Zentral in der Bonner Altstadt ist so eine "Bibliothek der Dinge" entstanden. 

Bereits motivierte Partner:innen in der Verwaltung anzutreffen oder an kommunale Programme anknüpfen zu können, erleichtert den ersten Schritt. "Aber es führen viele Wege zum Erfolg. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht", ermunterte Isabel Naguib vom MehrWert-Projekt "zu überlegen, was zur eigenen Initiative passt." An lokalen Events teilnehmen, einen Bürgerantrag stellen, sich mit anderen vernetzen und von bereits vorhandenen Kontakten profitieren, die örtliche Ehrenamts- oder Freiwilligen-Agentur ansprechen, eine E-Mail an die Stadtspitze schreiben oder Politik, Verwaltung und Presse zu einer Auftaktveranstaltung einladen –  im Austausch wurden Ideen entwickelt und diskutiert, was bei wem gut oder auch gar nicht funktioniert hat.

"Um die Ecke denken" und dranbleiben

Ein weiterer Tipp lautete: Auch mal "um die Ecke denken" und das eigene Vorhaben in einem größeren Kontext sehen. Ist die Kommune beispielsweise nicht für ein Umweltprojekt zu haben, kann es erfolgversprechend sein, spezielle Zielgruppen mitzudenken, für die die Stadt gerade Neues entwickeln will – etwa Familien oder Zugewanderte. "Fühler ausstrecken und flexibel sein",  so brachte es  Isabel Naguib auf den Punkt. 

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