CO2-Emissionen auf Sparflamme: Jugendakademie kocht nachhaltig lecker

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Mit Unterstützung des MehrWert-Projekts hat die katholische Bildungsstätte Walberberg den Speiseplan für die Vollverpflegung klimafreundlich optimiert und kann jetzt bis zu 15 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen.
Bildtext: Elke Huber, Küchenleiterin der Jugendakademie Walberberg, und Koch Jörg Kaster.

Elke Huber, Küchenleiterin der Jugendakademie Walberberg, und Koch Jörg Kaster

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Vier Mahlzeiten kommen in der Jugendakademie Walberberg täglich auf den Tisch. Bis zu 100 Gäste kann die traditionsreiche Bildungsstätte im Erzbistum Köln beherbergen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen an Seminaren im Bereich der politischen und religiösen Bildung, des sozialen Lernens und der interkulturellen wie auch internationalen Bildung teil. Darüber hinaus gibt es Ferienfreizeiten sowie Wochenendangebote für Erwachsenen- und Familiengruppen. Dabei kann es zwischen Köln und Bonn auch hoch hinaus gehen: Als neue Attraktion wurde 2019 ein Hochseilgarten eröffnet.

Mehr Klimaschutz trotz kleinem Budget?

Ambitionierte Ziele setzt sich die Einrichtung aber auch in Sachen Nachhaltigkeit. Schritt für Schritt wird ein ökologisches Gesamtkonzept verfolgt, das zu substantiellen und nachweislichen Verringerungen von CO2-Emissionen führen soll. 

Die Verpflegung spielt dabei eine große Rolle. Durch einen Veggie-Day in der Woche bieten Küchenleiterin Elke Huber und Koch Jörg Kaster den Gästen bereits seit längerem die Möglichkeit, vom Frühstück bis zum Abendbrot eine durchgehend fleischlose Kost zu probieren. Das Mittagessen-Buffet wurde hauptsächlich auf vegetarische Komponenten umgestellt, wenige Fleischangebote werden möglichst nach Bio-Kriterien angeboten. Eingekauft wird in der Regel regional, saisonal, frisch und verpackungsarm. 
Geht da noch mehr – obwohl das Budget klein ist? Das wollten die Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit dem MehrWert-Projekt der Verbraucherzentrale NRW herausfinden.  
Speiseplan-Check zeigt Einspar-Potenziale auf

Neben der Vermeidung von Speiseabfällen liegt in der Auswahl und Zusammenstellung der Lebensmittel ein großes Potenzial für den Klimaschutz, weiß Katrin Scholtyssek, Oecotrophologin und Beraterin im MehrWert-Projekt für die Gemeinschaftsverpflegung. Ein genauer Blick auf den Speiseplan ist daher die Basis für klimafreundliche Veränderungen.
Da die Corona-Pandemie auch für die Jugendakademie Walberberg eine lange Zwangspause bedeutet hatte, wurden für den Check die zuletzt aktuellen 14-Tage-Speisepläne aus dem Jahr 2020 herangezogen und im Hinblick auf die Klimabilanzen der einzelnen Komponenten untersucht. "Dabei wurde deutlich, dass es bei fettreichen Milchprodukten wie Käse und Sahne sowie bei dem Fleischangebot noch Einspar-Potenziale gab", so Katrin Scholtyssek. Wie genau das praktisch umgesetzt werden könnte, besprach die MehrWert-Mitarbeiterin mit Elke Huber.

CO2-Berechnung weist Erfolg auf

Mit viel Kreativität setzte das Küchenteam der Jugendakademie die Empfehlungen um. So wurden für die Menü- und Buffetangebote im optimierten neuen Speiseplan nur noch sechsmal anstatt wie zuvor dreizehnmal fettreiche Milchprodukte eingesetzt. Der Fleischeinsatz wurde von achtmal auf dreimal verringert. Dass der Genuss dabei nicht auf der Strecke blieb, zeigte die positive Reaktion der Gäste. 

Und die Bilanz eines Vergleichs-Checks kann sich sehen lassen: Insgesamt werden durch die Umstellung innerhalb von zwei Wochen 606 Kilogramm CO2 im Vergleich zum vorherigen Speisenangebot eingespart, ermittelte das MehrWert-Projekt anhand der Speisepläne und der Anzahl an Gästen. Aufs Jahr hochgerechnet sind das 14.837 Kilogramm, also fast 15 Tonnen CO2.

Wie viel das ist, veranschaulicht die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online mit folgendem Beispiel: Um eine Tonne CO2 aufnehmen zu können, muss eine Buche etwa 80 Jahre wachsen. Man müsste also 80 Bäume pflanzen, um jährlich eine Tonne Kohlendioxid durch Bäume wieder zu kompensieren. (1)
"Über die Höhe der CO2 -Einsparung waren wir selbst sehr überrascht", resümiert Küchenleiterin Elke Huber. "Uns hat die Unterstützung des MehrWert-Projekts sehr geholfen und wir werden gerne in einiger Zeit nochmals einen entsprechenden Speiseplan-Check machen. Neben den konkreten Ergebnissen und Verbesserungen ist es eine zunehmende Sensibilität für das Thema Lebensmittel und CO2 -Verbrauch, die unsere Arbeit zukünftig begleitet."


Quellen:
(1) https://www.co2online.de/service/klima-orakel/beitrag/wie-viele-baeume-braucht-es-um-eine-tonne-co2-zu-binden-10658/
 

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