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„Zu schade zum Wegwerfen“

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Im Rahmen der NRW-Auftaktveranstaltung zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung in Duisburg hat das Projekt MehrWert NRW seine neue Aktion „NRW repariert“ vorgestellt.

Die Vertreter aus NRW-Umweltministerium, VKU und VZ NRW testen das Aktionsmodul "NRW repariert".

Reparierbar oder nicht? Das nimmt hier Thomas Buch, stellvertretender Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium, am Stand von MehrWert NRW unter die Lupe. Mit dabei: Ulrike Schell, Bereichsleiterin Ernährung und Umwelt der Verbraucherzentrale NRW, und Thomas Patermann, Vorsitzender des VKU NRW.

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Mit einer gemeinsam vom NRW-Umweltministerium, der Verbraucherzentrale NRW und der Landesgruppe des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU/VKS) ausgerichteten Fachveranstaltung in Duisburg ist heute der NRW-Auftakt zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung gegeben worden. Unter dem Motto „Zu schade zum Wegwerfen“ ging es um Möglichkeiten der Wiederverwendung in Nordrhein-Westfalen. Im Bildungszentrum für die Ver- und Entsorgungswirtschaft in Duisburg-Rheinhausen beschäftigten sich Fachleute mit verschiedenen Aspekten der Kreislaufwirtschaft. Im Fokus stand die Nutzung von Abfall als Rohstoffquelle, aber auch die Frage, wie Abfälle gar nicht erst entstehen.

Verbraucherzentrale ist seit Jahren bei der Woche der Abfallvermeidung aktiv

„Abfallvermeidung muss nicht nur politisch gewollt, gesetzlich geregelt und durch entsprechende Produkte gefördert werden, sondern sie muss im Alltag auch gelebt werden. Und hierbei spielen die Verbraucherinnen und Verbraucher eine wichtige Rolle“, sagte Ulrike Schell, Leiterin des Bereichs Ernährung und Umwelt der Verbraucherzentrale NRW, in ihrer Begrüßung. Daher habe die Verbraucherzentrale NRW die Woche der Abfallvermeidung, die in diesem Jahr zum achten Mal europaweit stattfindet, von Beginn an mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen unterstützt.

Als „Königsdisziplinen der Abfallpolitik“ bezeichnete Thomas Buch, stellvertretender Abteilungsleiter im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW(MULNV), die Bereiche Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Verbraucherinnen und Verbraucher interessierten sich mehr denn je dafür, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt wurden, und engagierten sich auch ehrenamtlich für Abfallvermeidung. Als gute Beispiele nannte Buch Reparaturcafés sowie Schenk- und Tauschbörsen.

Solche Initiativen begrüßte auch Thomas Patermann, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. Einige Beispiele aus der Praxis wurden bei der Veranstaltung in Duisburg vorgestellt. „Wir als kommunale Unternehmen sind die Akteure vor Ort, die die Abfallvermeidung vorantreiben“, sagte Patermann. Zugleich gehe es darum, „Best-practice-Beispiele zu denen zu bringen, die sie noch nicht kennen“.

Die Menschen zum Reparieren anregen

Dies ist auch das Ziel des Projekts MehrWert NRW der Verbraucherzentrale. Dem bundesweiten Motto der Woche der Abfallvermeidung „Gib Dingen ein zweites Leben“ entsprechend, wurde vom Projektteam die Aktion „NRW repariert“ entwickelt. „Defekte Produkte nicht gleich zu entsorgen, sondern wieder instand zu setzen, spart Ressourcen, schon den Geldbeutel und schafft  lokale Arbeitsplätze im Handwerk“, sagte Ulrike Schell. Bei den Aktionen zu „NRW repariert“ erhalten Endverbraucher ab 20. November in 62 Städten praktische Hinweise, wie sie schon beim Einkauf reparaturfreundliche Produkte erkennen können. Die Besucherinnen und Besucher der Duisburger Tagung konnten die dazu von MehrWert NRW konzipierten Materialien bereits entdecken und ausprobieren.

Darüber hinaus gibt die Aktion aber auch Anregungen, wie einfache Reparaturen von jedem  selbst durchgeführt werden können. Dazu gibt es in 25 Städten Workshops, die in erster Linie von der Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW durchgeführt werden, häufig mit lokalen Kooperationspartnern. Zudem sind 22 Reparaturcafés dem Aufruf von MehrWert NRW gefolgt und öffnen in der Aktionswoche vom 18. bis 26. November ihre Türen.  

Um in Sachen längere Nutzung und Reparierbarkeit auch für die Zukunft weiter zu kommen, müsse sich aber auch auf Seiten der Hersteller und des Handels noch etwas bewegen, betonte Ulrike Schell. Denn nur Produkte, die so gestaltet seien, dass sie mit vertretbarem Aufwand repariert werden können, könnten von den Nutzern als „zu schade zum Wegwerfen“ wahrgenommen werden. „Reparaturfreundlichkeit ist ein wesentlicher Baustein für nachhaltiges Wirtschaften“, sagte auch MULNV-Abteilungsleiter Thomas Buch.

Ganz praktisch setzen sich in Duisburg beispielsweise Schülerinnen und Schüler der Herbert-Grillo-Gesamtschule in Marxloh mit dem Thema „Reparieren und Ressourcen schonen“ auseinander. Die „Reparateure von Morgen“ unterstützen das Repair-Café, das in Räumen des Recyclinghofs Nord der Wirtschaftsbetriebe Duisburg stattfindet. Bei der Fachtagung konnten sie ihr Engagement zeigen.

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