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Preise für „bewegende“ Kommunikationskonzepte

Stand:
  • Siegerteams im Wettbewerb „Sei smart, nimm’s Rad“  von MehrWert NRW und Fachhochschule Münster gekürt.
  • Studierende entwickelten Ideen, die zum Umstieg aufs Rad motivieren können.
  • Werbestrategie für Fahrrad-Verleihsystem „von privat an privat“ erhält den ersten Preis.
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Wie können Menschen dazu bewegt werden, das Fahrrad als klimafreundliches Fortbewegungs- und Transportmittel in der Stadt zu nutzen? Damit haben sich auf Anregung des Projekts MehrWert NRW Studierende der Fachhochschule (FH) Münster beschäftigt. Im Wettbewerb "Sei smart, nimm's Rad" haben sie Kommunikationskonzepte entwickelt, die zum Umstieg motivieren. In einer öffentlichen Preisverleihung in Münster wurden jetzt die besten Ideen ausgezeichnet.

Eine Gruppe Menschen, einige halten Urkunden und Blumen.
Ingrid Köth-Jahr (r.), Referatsleiterin im MULNV, und Dr. Martin Klug (l.), Projektleiter MehrWert NRW, zeichneten die Siegerteams aus. ( Foto: VZ NRW / Wilfried Gerharz)

Jury wählt unter neun Einreichungen die besten drei aus

Seit dem Start des Wintersemesters 2017/18 hatten die Studierenden des Fachbereichs  Oecotrophologie - Facility Management im Master Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft an ihren Konzepten getüftelt. Betreut wurden die Teams dabei von Prof. Dr. Pirjo Susanne Schack und Prof. Dr. Stefan Krings. Die Jury setzte sich zusammen aus Vertretern des NRW-Umweltministeriums, des Projekts MehrWert NRW, des Zukunftsnetzes Mobilität NRW, des ADFC NRW und der FH Münster. Sie hatte über insgesamt neun Arbeiten zu entscheiden, die während der Preisverleihung in Kurzvorträgen und in einer Ausstellung präsentiert wurden.

Starthilfe für Verleih-App

Am meisten überzeugte das Kommunikationskonzept für ein digital gestütztes Fahrrad-Verleihsystem. Die Grundidee: Mitglieder einer Online-Community leihen sich untereinander kostenlos ihre Räder aus. Vor allem Studierende, so ergab eine Umfrage des FH-Teams, würden dies gerne für ihre Gäste nutzen und damit das Münsteraner „Fahrrad-Virus“ weitergeben. Um einer entsprechenden App zum Durchbruch zu verhelfen, haben Magdalena Becker, Eva Maria Hansel, Caroline Ebner und Kim Nora Skapczyk verschiedene Medien und Kommunikationsszenarien entwickelt – beispielsweise Sticker und Flyer. „Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie visuell übersichtlich gestaltet, sprachlich positiv formuliert und an das Lokale angepasst sind“, so die Jury. Die leichte Wiederkennbarkeit ermögliche eine rasche Verbreitung.  
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Radel-Spaß für Kita-Kinder und ihre Eltern

Den zweiten Preis erhielten Felizia Kurz, Sophie Löbbering und Ramona Leusch für das Konzept  „Nimm mich mit, radel uns fit!“, das sich an Kindertagesstätten wendet. Im Rahmen einer dreiwöchigen Maßnahme soll damit sowohl bei Vorschulkindern als auch bei ihren Eltern die Lust aufs Radfahren geweckt werden. Die Jury lobte das Kommunikationskonzept für seine „intelligente Doppelstrategie“: Die Kinder erhalten Ausmalbilder, die die Vorteile des Radfahrens visualisieren. Auf der Rückseite dieser Bilder sind Informationen für die Eltern zusammengestellt - zum Beispiel Lösungen für das sichere Transportieren des Nachwuchses auf dem Fahrrad. „Details wie eine mehrsprachige Gestaltung der Materialien, um auch Eltern mit Migrationshintergrund zu erreichen, geben dem Konzept einen weiteren Mehrwert“, so das Urteil der Juroren. Neu sei zudem, bereits im Kindergartenalter anzusetzen und positive Erfahrungen mit dem Fahrradfahren schon von klein auf zu fördern.
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Skulptur aus Fahrradwracks

Mit dem Problem von herrenlosen, dem Verfall preisgegebenen Fahrrädern, die massenhaft die Stellflächen in der Stadt blockieren, haben sich Lina Bredeck, Nina Faiß, Carmen Hügemann und Janek Schramm auseinandergesetzt. Die Jury vergab für ihr Kommunikations- und Aktionskonzept „Einfälle statt Abfälle“ den dritten Preis. Es sieht vor, auf einem zentralen und belebten  Platz in Münster einen „Fahrradberg“ aus kaputten Drahteseln aufzubauen, der die Vermüllung der Innenstädte durch Fahrradwracks vor Augen führt. Das begleitende Aktionsmaterial – Flyer, Postkarten und Plaketten – weist mit humorvollen Wortspielen auf die Problematik hin und bietet Lösungsansätze an. Ergänzend zur Skulptur vermitteln Fahrradexperten einfache Kniffs und Tricks, mit denen so manches Rad wieder in Schwung gebracht werden kann.
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Zum Programm der Preisverleihung gehörte auch ein Auftritt des Poetry-Slammers Jason Bartsch. Der mehrfach ausgezeichnete Musiker und NRW-Landessieger im Poetry-Slam ist überzeugter Fahrradfahrer – und bringt dies auch in seinen Texten zum Ausdruck. 

Weitere Informationen auf der Website der Fachhochschule Münster → www.fh-muenster.de/rad

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