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Nachhaltigkeits-Initiativen sorgen für tonnenweise CO2-Einsparung

  • Beim Workshop „Euer Klimaschutzbeitrag zählt!“ erfuhren 16 Initiativen für mehr Nachhaltigkeit, wie viel sie mit ihrem Engagement bewirken.
  • Als besonders effektiv erwies sich das Foodsharing.
  • Düsseldorfer Lebensmittel-Retter sparten in diesem Jahr schon 93,8 Tonnen Kohlenstoffdioxid ein.
Die Teilnehmer des Workshops.
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Was tragen Foodsharing-Initiativen, Lastenrad-Verleihe, Solidarische Landwirtschaften und Gemeinschaftsgärten konkret zum Klimaschutz bei? Welche Aktivitäten führen zu wie viel Treibhausgaseinsparungen? Das hat MehrWert NRW gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von 16 Initiativen im Workshop „Euer Klimaschutzbeitrag zählt!“ ermittelt. Fachliche Unterstützung bekam das MehrWert-Team dabei von Dr. Katja Schumacher vom Öko-Institut und Dominik Jessing vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu).

Initiativen können selbst ihre CO2-Minderungen berechnen

Für die Erhebung des Klimaschutzpotenzials wurde ein CO2-Rechner genutzt, der im Rahmen des TESS-Projekts entwickelt wurde. TESS steht für „Towards European Societal Sustainability“ und ist ein von der Europäischen Union gefördertes Forschungsvorhaben unter der Federführung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Es hat zum Ziel, die Rolle von Verbraucherinitiativen im Hinblick auf die Entwicklung einer nachhaltigen und kohlenstoffarmen Gesellschaft zu untersuchen.

„Mit dem Rechner haben Initiativen ein gut anwendbares Tool, mit dem sie selbst ihre CO2-Minderungen berechnen können“, erläuterte Dr. Jonas Grauel, Leiter des Teams Wissensmanagement im Projekt MehrWert NRW.

Viele Daten fließen in die Bilanzierung der eingesparten Kohlenstoffemissionen

Eine Menge Angaben sind allerdings erforderlich, damit die eingesparte CO2-Menge wissenschaftlich fundiert abgeschätzt werden kann. Und so wurde beim Workshop in der Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf diskutiert und gerechnet. Wie viele Autofahrten wurden durch den Einsatz von Lastenrädern ersetzt? Wie viel Kilogramm Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukt wurden durch das Foodsharing in einem Jahr vor der Mülltonne gerettet? Wie viele Lebensmittel wurden im Gemeinschaftsgarten oder der Solidarischen Landwirtschaft produziert – und wie gelangten sie zum Endverbraucher?

Eine Arbeitsgruppe des Workshops.

160.000 Kilogramm noch essbarer Lebensmittel vor dem Müll gerettet

Als besonders wirkungsvoll erwies sich der Einsatz der Lebensmittel-Retter. Bemerkenswerte 93,8 Tonnen CO2-Einsparung wurden für die Initiative Foodsharing Düsseldorf errechnet. Das ist so viel, wie bei gut 21.800 gefahrenen Autokilometern entstehen. 2017 hat die Gruppe in der Landeshauptstadt dank vieler Helferinnen und Helfer bereits 160.000 Kilogramm noch essbarer Lebensmittel davor bewahrt, einfach weggeworfen zu werden.

Je mehr Gemüse und andere Produkte auf möglichst kurzem Wege in der Küche landen, desto höher der Klimaschutzbeitrag bei Solidarischen Landwirtschaften (Solawi). So wurde beispielsweise für die Solawi Dortmund ein Wert von 3,9 Tonnen CO2-Einsparung errechnet. Bei Lastenrändern kommt es vor allem darauf an, dass sie an vielen Tagen über möglichst viele Kilometer genutzt werden und dabei als „Lastenesel“ das Auto ersetzen.

Alle Initiativen erhielten nach dem Workshop eine Teilnehmerurkunde, auf dem der ermittelte Einsparungsbetrag vermerkt ist. So können sie beispielsweise gegenüber Fördergebern auf ihren positiven Klimaschutzbeitrag aufmerksam machen. Den Stolz auf das Erreichte können zudem alle mit in ihre Gruppen nehmen – ganz nach dem Motto „Euer Klimaschutzbeitrag zählt!“

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