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Ermittlung von CO2-Einsparungen für Reparatur-Initiativen

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Ermittlung von CO2-Einsparungen für Reparatur-Initiativen.

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Reparatur-Initiativen organisieren Veranstaltungen, auf denen Verbraucher/-innen defekte Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs mitbringen und diese gemeinsam mit geübten Reparateur/-innen reparieren können. Dadurch wird die Lebensdauer z.B. von Fahrrädern oder Elektrogeräten verlängert und eine vorzeitige Neuanschaffung verhindert. Da bei der Produktion von Neugeräten immer auch Emissionen entstehen, kann durch Reparatur und längere Nutzung CO2 eingespart werden.

Welche Daten sind nötig, um die Treibhausgasminderungen meiner Initiative zu berechnen?

Die wichtigsten Informationen für die Abschätzung der Treibhausgasminderungen von Reparatur-Initiativen sind

  • Die Anzahl und Art der reparierten Gegenstände
  • Eine Abschätzung der Lebensdauerverlängerung durch die Reparatur (in %).

Welchen CO2-Rechner kann ich verwenden?

Für Reparatur-Initiativen existiert bislang kein geeigneter vollumfänglicher CO2-Rechner. Allerdings hat das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) ein Excel-Tool erstellt, mit dem sich Treibhausgaseinsparungen durch Reparaturen näherungsweise schätzen lassen – auf Basis des aktuellen Stands der wissenschaftlichen Literatur.

Das Rechentool wurde auf einem Workshop des Projekts MehrWert NRW gemeinsam mit sieben Reparatur-Initiativen konzipiert. Sie können sich das Excel-Tool herunterladen.

Was berechnet der CO2-Rechner?

Das Excel-Rechentool für Reparatur-Initiativen basiert auf der grundsätzlichen Überlegung, dass für die Produktion von Gegenständen Energie und Rohstoffe benötigt werden, die wiederum CO2-Lasten ergeben, die diesen Gegenständen zugeordnet werden.

Diese Lasten (auch CO2-Rucksack genannt) gelten für die Lebensdauer des jeweiligen Gegenstands. Durch Reparaturen kann die Lebensdauer erhöht werden. In dieser Zeit sind keine Ersatzgegenstände nötig, die wiederum mit einer CO2-Last aus der Produktion belastet sind. Daraus ergibt sich eine Einsparung.

Nicht berücksichtigt werden dabei folgende Faktoren:

  • Die Nutzungsphase: Mit der Nutzung von Gegenständen können zusätzliche CO2-Emissionen verbunden sein (beispielsweise verbraucht ein Smartphone in der Nutzung Strom), die ggf. sogar größer sind, als die mit der Produktion verbundenen Lasten. Bei dem vorliegenden Rechner gehen wir vereinfacht davon aus, dass sich die Lasten aus der Nutzungsphase zwischen dem reparierten und länger genutzten Gerät und dem Neugerät nicht unterscheiden. Mögliche Effekte durch erhöhte Effizienz oder sogenannte Rebound-Effekte bei neuen Produkten (größerer Fernseher, leistungsstärkeres Smartphone) werden nicht berücksichtigt.
     
  • Die Entsorgung: Bei der Entsorgung von Gegenständen können z.B. durch die Gewinnung von Rohstoffen oder die thermische Verwertung von Material CO2-Einsparungen entstehen, wenn dafür kein zusätzliches Material  verwendet wird. Diese Einsparungen können höher ausfallen, wenn mehr Gegenstände in die Entsorgung gelangen, anstatt sie zu reparieren. Bei dem vorliegenden Rechner gehen wir vereinfacht davon aus, dass sich die Einsparungen aus der Entsorgung zwischen dem reparierten und länger genutzten Gerät und dem Neugerät nicht unterscheiden.

Sowohl die Effekte der Nutzung als auch der Entsorgung können nach Rückmeldung der Initiativen aus ihrer Praxiserfahrung im Rahmen ihrer Arbeit nicht mit vertretbarem Aufwand erhoben werden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Besitzer reparierter Gegenstände die nötigen Informationen selbst nicht haben.

Was ist die wissenschaftliche Grundlage für das Rechentool?

Die Einspareffekte und durchschnittlichen Lebensdauern stammen aus verschiedenen Studien. Alle Quellen sind im Excel-Tool im Tabellenblatt „Faktoren“ aufgeführt.

Wie werden die Zahlen in den Rechner eingegeben?

Im Rechner einzutragen sind die Mengen an reparierten Gegenständen aus verschiedenen Kategorien (z.B. Laptop, Fahrrad etc.). In der Regel sind hier Stückzahlen gemeint, in Ausnahmefällen sind auch Gewichts- oder Volumeneinheiten gefragt. Die zweite notwendige Eingabe ist die Verlängerung der Lebensdauer in Prozent. Hier müssen die Akteure der Reparatur-Initiativen auf ihre Erfahrungen zurückgreifen und die Werte schätzen. Zur Unterstützung sind durchschnittliche Lebensdauern aus Literaturwerten angegeben.

Für einen Laptop wird eine durchschnittliche Lebensdauer von 5 Jahren angenommen. Wenn geschätzt wird, dass eine Reparatur dazu führt, dass der Laptop ein weiteres Jahr genutzt werden kann, ist die Lebensdauerverlängerung mit 20 %  anzugeben.

In der Excel-Datei sind die Eingabefelder gelb markiert. Als Ergebnis werden durchschnittliche CO2-Einsparungen pro Eingabefall ausgegeben. Sie können über verschiedene Gegenstände aufsummiert werden. Die Ergebnisfelder sind im Rechentool grün markiert.

Wie muss ich allgemein bei der Ermittlung der Daten vorgehen?

Grundlage für die Eingabe in das Rechentool ist eine Auflistung aller reparierten Gegenstände aus dem Zeitraum, für den die CO2-Einsparung berechnet werden soll. Die meisten Reparatur-Initiativen legen solche Listen ohnehin an, hierauf kann zurückgegriffen werden. Die Verlängerung der Lebensdauer muss auf Basis der eigenen Erfahrung geschätzt werden. Zur Unterstützung sind im Rechentool dafür durchschnittliche Lebensdauern aus Literaturwerten angegeben.

Schicken Sie uns Fragen, Erfahrungen und Ergebnisse!

Sie haben nach der Anwendung des Rechentools offene Fragen oder Anregungen? Um den Rechner weiter verbessern zu können ist es wichtig, konkrete Erfahrungen mit dem Tool aus Reparatur-Initiativen zu erhalten.

Auch Ihre Ergebnisse interessieren uns! Schicken Sie gerne Ihre Fragen, Ergebnisse und Erfahrungen mit dem Rechentool an monitoring.mehrwert@verbraucherzentrale.nrw

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