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„Bochum schmeckt mir“

Stand:
  • Mehr als 60 Interessierte bei Veranstaltung „Bochum schmeckt mir“.
  • Sechs Initiativen aus dem Ruhrpott stellten ihre Projekte vor.
  • Weitere Koch-Workshops mit geretteten Nahrungsmitteln sind geplant.
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„Bochum schmeckt mir“ – das durften die Gäste in der Familienbildungsstätte Hamme durchaus wörtlich nehmen und testen. Denn bei der Veranstaltung von MehrWert NRW in Kooperation mit der Verbraucherberatungsstelle Bochum und dem Projekt „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ gab es nicht nur jede Menge Informationen zu alternativen Formen der Lebensmittelversorgung in der Stadt, sondern auch Essbares zum Probieren. Ein offenbar gutes Rezept, denn mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer füllten am 31. Januar 2018 den großen Saal und diskutierten angeregt über Möglichkeiten, die Nahversorgung im Quartier wieder mehr selbst in die Hand zu nehmen.

Mitglieder der SoLaWi Dortmund an ihrem Infotisch
Wie funktioniert eine Solidarische Landwirtschaft? Das erklärten Mitglieder der Solawi Dortmund. Foto: VZ NRW

Beispiele dafür zeigten die sechs Initiativen aus dem Ruhrpott auf, die MehrWert NRW eingeladen hatte: zwei Solidarische Landwirtschaften (Solawis) aus Gelsenkirchen und Dortmund, eine Einkaufsgemeinschaft (Food Coop) aus Bochum, die Gründerin der „Marktschwärmerei“ Dortmund, ein Bio-Lieferservice (Abokiste) sowie die Initiative Foodsharing Bochum.

Gemeinsam wirtschaften und ernten in der Solidarischen Landwirtschaft

Bei einer Solidarischen Landwirtschaft schließt sich ein Kreis von Verbrauchern mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen, finanziert nach einem gemeinsam festgelegten Wirtschaftsplan (Erntevereinbarung) die Jahreskosten der Lebensmittelproduktion und sichert sich damit die Eigenversorgung mit nachhaltig erzeugten Produkten. Wie unterschiedlich das im Einzelnen organisiert sein kann, zeigten die beiden Solawi-Gruppen. Beide liefern auch bis nach Bochum. Gleichzeitig ermunterten sie aber die Anwesenden auch dazu, eine eigene Initiative zu realisieren.

Food-Coop und „Marktschwärmerei“ als  Alternativen für den Einkauf

Bei einer Food-Coop handelt es sich um eine Einkaufsgemeinschaft von Privatpersonen oder Haushalten. Gemeinsam wird bei mehreren Landwirten und Produzenten einkauft – und anschließend selbstorganisiert verteilt. Die Food-Coop Bochum konnte schon von vielen Jahren Erfahrung berichten. An ihrem Info-Stand gab es nicht nur viele Informationen zur Gründung einer Einkaufsgemeinschaft, sondern auch eine Käse-Verkostung mit Käse aus einer kleinen Sennerei.

Aus Dortmund war die Gastgeberin einer „Marktschwärmerei“ nach Bochum gekommen, eine noch junge Initiative. Unter dem Dach der Organisation „Marktschwärmer“ entstehen gerade bundesweit solche lokalen Marktplätze. Das Prinzip: Verbraucher können online Produkte von Erzeugern aus der Region bestellen, und an einem Tag in der Woche kommen Verbraucher und Erzeuger zum Warenaustausch zusammen – beispielsweise im  Gemeindesaal, einer Schule, einem Vereinshaus, Café oder Restaurant. Der Gastgeber oder die Gastgeberin organisiert  diese „Marktschwärmerei“. Vielleicht auch ein Modell für Bochum-Hamme?

Lebensmittelvor dem Müll bewahren durch Foodsharing

Viele weitere Mitstreiter gebrauchen kann auch die Gruppe Foodsharing. Die Mitglieder holen aussortierte Lebensmittel bei Betrieben ab, die diese sonst wegwerfen würden, obwohl sie noch genießbar sind. Diese „geretteten“ Produkte werden dann verteilt oder verwertet. Was dabei Leckeres herauskommen kann, konnten schon die Teilnehmer des Koch-Workshops am Nachmittag erfahren. Aus der großen Menge an Lebensmitteln, die die Foodsharing-Gruppe mitgebracht hatte, wurde unter dem Motto „Restlos glücklich“ ein buntes Buffet für den Abend gezaubert.

Mehrere Personen kochen gemeinsam
Beim Koch-Workshop "Restlos glücklich" wurden von Foodsharing Bochum gerettete Lebensmittel  zu leckeren Snacks verarbeitet. Foto: VZ NRW

Ein konkretes Ergebnis hat der Abend in Hamme bereits gebracht: Foodsharing Bochum und die Umweltberaterin der Verbraucherzentrale in Bochum, Uta Wippermann-Wegener, haben vor,  weitere gemeinsame Koch-Workshops zu veranstalten. Und eventuell kann die Veranstaltung ein Anstoß sein für die Gründung einer neuen Initiative in Bochum.

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