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Solidarische Landwirtschaft Schwalmtal-Eicken

Stand:

In Schwalmtal-Eicken am Niederrhein gründet sich eine Solidarische Landwirtschaft. Die Mitglieder wollen Lebensmitteln ihren Wert zurückgeben.

Zwei Männer und zwei Frauen stehen vor einem Weizenfeld.
Georg Weber, Maria und Willi Faßbender und Marion Grande vor dem Feld der Solawi Eicken.
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"Dass wir Willi gefunden haben, war ein absoluter Glücksfall für uns", erzählt Marion Grande. Willi, damit ist Landwirt Willi Faßbender aus Schwalmtal-Eicken gemeint, der Teile seiner landwirtschaftlichen Fläche an die Solidarische Landwirtschaft Eicken verpachtet. Hier, in der Nähe von größeren Städten wie Mönchengladbach, gründen Georg Weber und Marion Grande mit Hilfe von anderen Mitstreitern die "Solawi Eicken".

Eine Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi, ist ein Zusammenschluss eines landwirtschaftlichen Betriebs oder einer Gärtnerei mit privaten Haushalten. Die Mitglieder zahlen einen – meist monatlichen – Beitrag, der den landwirtschaftlichen Betrieb finanziert. Im Gegenzug erhalten sie anteilig die Ernte und oft auch weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot oder Käse. Die Gruppe garantiert die Abnahme der Erzeugnisse und der Landwirt kann marktunabhängig, bedürfnisorientiert und ressourcenschonend wirtschaften. Alle teilen sich die mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte.

In Deutschland gibt es mittlerweile über 100 Solawis - und nochmal rund 100, die sich gerade neu gründen.

Bio-Gemüse für die Gemeinschaft auf 1,5 Hektar

Bei der Solawi Eicken, die Mitglied im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist, werden es für den Anfang circa 40 Menschen sein, die sich an der Ernte beteiligen. "Wir müssen eigentlich keine Werbung machen, um die Startgruppe zusammen zu bekommen. Das Interesse ist sehr groß", sagt die Gemüsegärtnermeisterin Marion Grande, die ab 2017 gemeinsam mit Landwirt Willi Faßbender voraussichtlich um die 40 verschiedene Sorten Gemüse und Salat auf 1,5 Hektar Land anbauen wird – in biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise.

Während eines Urlaubs hatte sie in einer anderen Solawi mitgearbeitet und das Prinzip kennengelernt, als der Wunsch aufkam, selbst eine zu gründen. Die größte Schwierigkeit dabei: landwirtschaftliche Fläche zu finden. "Bei meiner Suche bin ich auf viel Skepsis gestoßen, gerade bei konventionellen Landwirten", sagt Grande. Und dann fand sie im Internet Landwirt Willi Faßbender, der seinen Hof auf ökologische Landwirtschaft umstellen wollte, um etwas mit seinem Land zu machen, "das besser ist für den Boden", wie er sagt. Faßbender ließ sich schnell begeistern für das Prinzip der Solawi.

Wertschätzung statt Marktdruck

Eines der ersten Mitglieder der Solawi Eicken ist Georg Weber aus Mönchengladbach, der in der Solidarischen Landwirtschaft auch eine Lösung für manch ein Problem der konventionellen Agrarwirtschaft sieht: "Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und gewinnen so an Wert. Es geht uns also auch um Wertschätzung, die bei der konventionellen Landwirtschaft unter dem Marktdruck verloren gegangen ist." Was die einzelnen Mitglieder am Ende bezahlen, wird auch davon abhängen, was genau angebaut wird.

Weber ist gespannt, wie das Miteinander in der Solawi funktionieren wird. "Den anspruchsvollsten Job hat unsere Gemüsegärtnerin Marion: Sie muss den Wünschen der Mitglieder gerecht werden. Und alle bei Laune halten", sagt er lachend.

www.solawi-west.de

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