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Gemeinschaftsgarten "düsselgrün"

Stand:

Aus einer tristen Rasenfläche hinter dem Düsseldorfer Hauptbahnhof hat die Nachbarschaftsinitiative "düsselgrün" einen Ort der Vielfalt gemacht.

Ein Garten mit Hochbeeten, im Hintergrund stehen mehrstöckige Wohnhäuser

Regionale Gemüsesorten, Obststräucher und Kräuter wachsen in den Hochbeeten des offenen Gemeinschaftsgartens "düsselgrün".

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"Schau‘ dich um" lädt ein bunt bemaltes Holzschild den Besucher ein. Darüber wächst und blüht jetzt im Sommer die Kapuzinerkresse, Mangold und eine prachtvolle Artischocke ragen aus dem Hochbeet. Sich umschauen, aber auch mitmachen, gärtnern und ernten, was die Beete hergeben – so lautet das Angebot der Initiative "Offener Gemeinschaftsgarten düsselgrün" an die Nachbarschaft im Stadtteil Oberbilk und darüber hinaus. Der Gruppe geht es um die Wiederbelebung alten Gartenwissens, die Wertschätzung von Lebensmitteln und das gemeinsame Nachdenken über Ökologie und Nachhaltigkeit.

Eine offene Gruppe ohne Hierarchien

"Angefangen hat es mit einer Handvoll Freunde, die einfach gärtnern wollte", sagt Viktoria Hellfeier. Sie selbst ist seit drei Jahren in der Initiative aktiv. Viel Aufmerksamkeit erhielt der Gemeinschaftsgarten dann im Zuge des Düsseldorfer Kunstfestivals Quadriennale 2014 "Über das Morgen hinaus". "düsselgrün" war Partner des Festivalprojekts "Elisabeths Garten", das zeigen sollte, wie die Stadt der Zukunft auch Ort einer dezentralen, gemeinschaftlichen und selbstbestimmten Lebensmittelproduktion sein kann. Auf einer kleinen Brachfläche mitten zwischen Häusern in Oberbilk bewies die Gruppe, dass urbanes Gärtnern nicht nur mehr Grün, sondern auch mehr Gemeinschaft in die Großstadt bringt. Vom Studierenden über die Familie bis zum Rentner packten viele Menschen mit an, bauten Hochbeete aus ausgedienten Paletten, pflanzten traditionelle Kartoffelsorten in Reissäcke oder griffen zu Schaufel und Gießkanne.

 

Angefangen hat es mit einer Handvoll Freunde, die einfach gärtnern wollte

Die Stadtgärtner sind eine offene Gruppe, es gibt keinen Vorstand und keine Hierarchie. Jeder kann sich einbringen wie er mag. Diese Offenheit bringt auch besondere Herausforderungen mit sich. Nachdem das erste Gartengrundstück wegen einer Bebauung geräumt werden musste, kamen Gespräche mit der Stadt Düsseldorf über Alternativstandorte zustande. Doch wer verhandelt? Wer unterzeichnet Vereinbarungen oder gar rechtlich bindende Verträge? "Da sind wir als Initiative an unsere Grenzen gekommen", erinnert sich Viktoria Hellfeier.

Im Garten ist auch Raum für Kultur

Viel Zeit musste investiert, viel Wissen erworben werden. Am Ende konnte jedoch ein Nutzungsvertrag mit der Stadtverwaltung abgeschlossen werden, der "düsselgrün" das Gärtnern auf einer Fläche im sogenannten WGZ-Park erlaubt. Angelegt auf einem früheren Gewerbegelände, besteht der Park im Wesentlichen aus kargen Rasenflächen. Doch auf 640 Quadratmetern herrscht seit Frühjahr 2016 bunte Vielfalt. Die Hochbeete und Pflanzgefäße haben die Stadtgärtner mit vielen selten gewordenen regionalen Gemüsesorten, Obststräuchern, Kräutern und Blumen bestückt. Regelmäßig gibt es neben dem offenen Gartentreff auch Lesungen, Vorträge und Workshops. Ein Imker betreut das Bienenvolk im Gemeinschaftsgarten und bietet Seminare an. Das "Kompost-Kreativzentrum" zeigt, wie Kompostieren in der Stadt auf kleinstem Raum funktioniert. "Kooperationen und Vernetzung sind sehr wichtig. Man kann voneinander lernen, Erfahrungen austauschen und sich Tipps geben", schildert Viktoria Hellfeier die Erfahrung der Initiative. So hat "düsselgrün" mittlerweile auch schon zahlreiche Unterstützer und Spender gefunden.

www.duesselgruen.de

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